Personenschadensansprüche 

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Anwalt Christine Brauner-Klaus, Koblenz

Rechtsanwältin Christine Brauner-Klaus

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Ihre Ansprüche bei einem Personenschaden*

von Christine Brauner-Klaus, Fachanwalt für Verkehrsrecht (Stand 06/2016)

Sollten Sie bei einem Verkehrsunfall verletzt worden sein, so können Sie diesbzgl. Ansprüche bei der Haftpflichtversicherung des Schädigers gelten machen.

Zunächst steht Ihnen ein Schmerzensgeld zu. Dessen Höhe bemisst sich an Hand von Schmerzensgeldtabellen und nach dem Grad Ihrer Beeinträchtigung.

Daneben haben Sie auch einen Anspruch auf Erstattung des Ihnen entstandenen Verdienstausfalles bzw. Erwerbsschadens. Diesen müssen Sie der Versicherung durch Vorlage von Unterlagen konkret nachweisen.

Die Kosten der Heilbehandlung sind ebenfalls von der gegnerischen Haftpflichtversicherung zu tragen, soweit Sie nicht von Ihrer Krankenkasse übernommen werden. Jedoch ist hier Vorsicht geboten, denn nach der aktuellen Rechtsprechung besteht hier nicht eine unbeschränkte Eintrittspflicht der gegnerischen Haftpflichtversicherung. Zu diesem Punkt sollten Sie auf jeden Fall einen Anwalt zu Rate ziehen.

Sofern Ihnen ein Haushaltsführungsschaden entstanden ist, so ist Ihnen auch dieser zu ersetzen. Ein solcher entsteht, wenn Sie aufgrund des Unfalles Ihren Haushalt dauerhaft oder nur vorübergehend nicht mehr wie vor dem schädigenden Ereignis führen können. Dies kann z.B. dann der Fall sein, wenn Sie in der Mobilität eingeschränkt sind.

Im Todesfall haben die Hinterbliebenen einen Anspruch auf Ersatz der Beerdigungskosten. Diese umfassen nicht nur die Kosten der „reinen“ Beerdigung, sondern alles was damit zusammenhängt, wie Kleidung, die anlässlich der Beerdigung angeschafft wurde, Bewirtungskosten für die Gäste, Grabschmuck, Trauerkärtchen…

Hatte der Verstorbene Unterhaltsverpflichtungen z.B. seinen Kindern gegenüber, so hat die Haftpflichtversicherung des Schädigers auch diese zu übernehmen und zwar so lange, wie diese Unterhaltsverpflichtung besteht.

Enge Verwandte wie die Kinder oder Eltern des Verstorbenen, können unter Umständen sogar einen eigenen Schmerzensgeldanspruch wegen eines Schockschadens haben. Diesen können Sie erlitten haben, als sie die Nachricht vom Tod des Verstorbenen erhielten. Allerdings stellt die Rechtsprechung hier sehr hohe Anforderungen. So muss der nahe Angehörige nachweisen, dass er einen über das übliche Maß hinausgehenden Schmerz erlitten hat. Dieser muss eine pathologisch fassbare Gesundheitsbeschädigung von einigem Gewicht und einiger Dauer verursacht haben (BGH in NJW 1989, 2717). Die Anforderungen daran sind sehr groß. In anderen Ländern gibt es einen Schmerzensgeldanspruch der Hinterbliebenen auch ohne eine Gesundheitsbeschädigung. Dies halte ich auch für interessensgerecht, denn warum soll derjenige Schädiger, dessen Opfer bei dem Unfall verstirbt „besser davon kommen“, als der Schädiger, dessen Opfer das Unfallgeschehen überlebt?

Checkliste

  • Geltendmachung von Schmerzensgeld
  • Anspruch auf Erstattung von Verdienst- bzw. Erwerbsausfall
  • Sie haben grds. Anspruch auf Erstattung der Kosten der Heilbehandlung
  • Ersatz des Haushaltsführungsschadens
  • Im Todesfall besteht ein Anspruch auf Erstattung der Beerdigungskosten
  • u.U. Anspruch auf Schmerzensgeld hinterbliebener, naher Angehöriger

 

* Die Ausführungen stellen eine erste Information dar, die zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung aktuell war. Die Rechtslage kann sich seitdem geändert haben. Zudem können die Ausführungen eine individuelle Beratung zu einem konkreten Sachverhalt nicht ersetzen. Bitte nehmen Sie dazu Kontakt mit uns auf.

 
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