Blechschadensansprüche 

Ein Beitrag von

Anwalt Christine Brauner-Klaus, Koblenz

Rechtsanwältin Christine Brauner-Klaus

Rufen Sie mich an: 0261 - 404 99 57
E-Mail:


Kontaktieren Sie uns für aktuelle Informationen zu diesem älteren Beitrag. Die Rechtslage kann sich inzwischen geändert haben.

Ihre Ansprüche bei einem „Blechschaden“*

von Christine Brauner-Klaus, Fachanwalt für Verkehrsrecht (Stand 05/2016)

Sollte sich auch das Zustandekommen des Verkehrsunfalles so klar und deutlich zunächst darstellen und die Schuldfrage offensichtlich sein, so ist es dennoch ratsam, einen Verkehrsanwalt zu beauftragen. Erfahrungsgemäß treten Probleme erst später bei der Regulierung auf. Die Kosten des von Ihnen aufgesuchten Fachanwaltes werden als Teil des Ihnen entstandenen Schadens bei einem unverschuldeten Unfall von der gegnerischen Haftpflichtversicherung getragen.

In der Praxis zeigt sich auch immer wieder, dass Unfallgeschädigte, die durch einen Fachanwalt für Verkehrsrecht vertreten werden, einen deutlich höheren Schadensersatz erzielen, als diejenigen Unfallgeschädigten, die die Regulierung alleine in die Hand nehmen.

Der nachfolgende Beitrag soll den Gang zum Anwalt nicht entbehrlich machen, sondern soll Ihnen nur einen kurzen Abriss der Ihnen zustehenden Rechte zeigen.

Den Schaden sollten Sie von einem Sachverständigen beurteilen lassen. Sie haben das Recht einen von Ihnen ausgesuchten Sachverständigen zu beauftragen. Dieses Recht ist nur bei erkennbaren Bagatellschäden beschränkt. Sie müssen sich nicht auf einen Sachverständigen verweisen lassen, welcher womöglich noch mit der gegnerischen Haftpflichtversicherung zusammenarbeitet. Auch dessen Kosten hat die gegnerische Versicherung im Falle eines unverschuldeten Unfalles voll zu übernehmen. Der Sachverständige stellt sodann die Höhe der Reparaturkosten, die Höhe des Wiederbeschaffungswertes, sowie den Restwert fest. Mit diesem Gutachten gehen Sie sodann zu Ihrem Fachanwalt. Dieser kann Ihnen genau darstellen welcher Schaden von der gegnerischen Haftpflicht zu zahlen ist.

Auch bei der Auswahl der Reparaturwerkstatt haben Sie freie Wahl. Sie müssen sich nicht auf eine Werkstatt verweisen lassen, die die gegnerische Versicherung Ihnen vorgibt. Sie können zu der Werkstatt Ihres Vertrauens gehen.

Während der Dauer der Reparatur oder sogar schon früher, wenn Ihr Wagen nach dem Unfall nicht mehr verkehrssicher ist, haben Sie das Recht, einen Mietwagen in Anspruch zu nehmen. Dabei sollten Sie darauf achten, dass Sie einen gegenüber Ihrem PKW klassentieferes Fahrzeug wählen. Dann müssen Sie sich nicht einen Abzug wegen Eigenersparnis anrechnen lassen. Sollten Sie keinen Mietwagen in Anspruch nahmen, so steht Ihnen alternativ eine Nutzungsausfallentschädigung zu.

Sie haben das Recht auf den zur Wiederherstellung erforderlichen Geldbetrag, wie es in § 249 II BGB heißt. Dies bedeutet, dass die gegnerische Versicherung Ihnen diesen Betrag erstatten muss, Sie im Gegenzug aber nicht verpflichtet sind, diesen Betrag auch für die Reparatur des Fahrzeuges einzusetzen. Sie können damit reparieren, Sie können auch nicht reparieren und das Geld anderweitig ausgeben, oder Sie können den verunfallten PKW auch verkaufen und sich mit dem Geld von der Versicherung einen neuen PKW anschaffen. Sie sind „Herr des Restitutionsverfahren“ und bestimmen selbst, wie Sie mit dem verunfallten PKW verfahren.

Insoweit stellt diese Darstellung nur einen Teil Ihrer Recht dar. Auch an andere Schadenspositionen ist zu denken, die Ihnen aber sicherlich Ihr Fachanwalt für Verkehrsrecht weiter erläutern wird.

Checkliste

  • Schaden grundsätzlich durch einen Sachverständigen begutachten lassen
  • Sie haben Anspruch auf die Werkstatt Ihres Vertrauens
  • Mietwagenkosten/Nutzungsausfallentschädigung geltend machen
  • Sie entscheiden, wie repariert wird; keine Pflicht zur (vollständigen) Reparatur

 

* Die Ausführungen stellen eine erste Information dar, die zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung aktuell war. Die Rechtslage kann sich seitdem geändert haben. Zudem können die Ausführungen eine individuelle Beratung zu einem konkreten Sachverhalt nicht ersetzen. Bitte nehmen Sie dazu Kontakt mit uns auf.

 
  zum Seitenanfang  -  vorherige Seite  -  Startseite  -  Impressum  -  Datenschutz  -  Kontakt  -  Feedback zu unserer Arbeit